Wechsel im Aufsichtsrat / GIP AG - Thinking Beyond Computing

Wechsel im Aufsichtsrat

Nach langer Zeit gibt es einen Wechsel in einer bedeutenden Position in der GIP – nach über 20 Jahren übernimmt Daniela Dalsasso-Semler den Aufsichtsratsvorsitz von Reinhold Ziegler. Wir haben beide interviewt. Daraus entstanden ist dieser Artikel über die Wichtigkeit der Zusammenarbeit, über individuelle Kompetenzen und persönliche Geschichten sowie einem nostalgischen Blick in die Vergangenheit und spannendem Ausblick auf das, was jetzt kommt.

Der Aufsichtsrat besteht aus Frau Dalsasso-Semler mit ihrer Fachkompetenz im Arbeitsrecht und Herrn Ziegler, der als Banker die finanziellen Aspekte abbildet, sowie Diplom Ing. und Management Consultant Dr. Hugo Blaum, der den Fokus auf Technik und Management legt, und Dirk Reifenhäuser, einem ausgewiesenen Vertriebsprofi und Unternehmer im Bereich Digitaler Handel. Weiterhin wird der Aufsichtsrat durch den Ehrenvorsitzenden Herrn Prof. Dr. Peter Beckmann beraten und unterstützt. Prof. Dr. Beckmann kennt die GIP AG seit ihrer Gründung 1992 als GIP Gesellschaft für Industriephysik mbH, als die GIP mit seinem Lehrstuhl für Theoretische Physik auf dem Gebiet der nichtlinearen Dynamik und Analyse zusammenarbeitete. Aus dieser Kooperation gingen einige sehr erfolgreiche Promotionen hervor. Nach der Umwandlung zu einer Aktiengesellschaft übernahm er das Amt eines Aufsichtsrats bei der GIP AG. Nachdem er den Platz für Dr. Hugo Blaum freimachte, unterstützt er bis heute die GIP als Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats weiterhin nicht nur bei wissenschaftlichen Fragestellungen, sondern auch bei den aktienrechtlichen Aspekten der Durchführung und Protokollierung der Aufsichtsratssitzungen.

Herr Ziegler begleitete die GIP bereits, als sie noch in den Kinderschuhen steckte. Als Banker bei der Deutschen Bank lernte er Herrn Dr. Reifenhäuser und mit ihm die GIP kennen und entschied sich, maßgeblich an der Entwicklung der damals noch sehr kleinen GIP mitzuwirken. Bis heute beeindruckt ihn das Wachstum des Unternehmens am meisten: seiner Meinung nach sei dieses „solide, behutsam und zielgerichtet“ gewesen und die inhaltliche Entwicklung sei phänomenal - heute spiele die GIP in der „Liga der Großen“. Herr Ziegler erfährt schon in jungen Jahren viel Dynamik – als Tiroler aufgewachsen in Belgien, später ein Studium der VWL und BWL in der Schweiz und Arbeit in Paris – nimmt er diese als Grundwert für sein späteres Schaffen mit. Bei der Deutschen Bank erhielt er nie Aufgaben, die von vorne herein funktioniert haben, viel eher entwickelte er immer etwas Neues und sieht so ein dynamisches Phänomen in seinem Beruf. Insofern hat es ihn sehr gefreut, die Entwicklung der GIP begleiten zu dürfen und den Vorstand bei dieser zu unterstützen. 

Dennoch ist er überzeugt davon, dass man nach über 20 Jahren an einen Stabwechsel denken muss und „frisches Blut“ braucht. Ihm ist es sehr wichtig, in einer sich bewegenden Welt rechtzeitig seine Erfahrungen an die nächste Generation weiterzugeben. In seiner Position als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender will er aktiv die Erkenntnisse, die er in den letzten 21 Jahren gesammelt hat, weiter einbringen.

Daniela Dalsasso-SemlerFür den Wechsel von seiner bisherigen Stellvertretung Frau Dalsasso-Semler zur Vorsitzenden sieht er beste Voraussetzungen und seiner Meinung nach wird der frische Wind die Firma voranbringen. Für sie ist es zudem das Miteinander und Vertrauen innerhalb des Aufsichtsrats, was den Unternehmensinteressen zugutekommt.
Durch ihren Hintergrund als Rechtsanwältin für Arbeitsrecht und Mediatorin ist sie bestens geeignet, auf der hervorragenden Vorarbeit von Herr Prof. Dr. Beckmann als Vorsitzende und Juristin aufzubauen. Er hat bis jetzt im Auftrag von Herrn Ziegler die Aufsichtsratsarbeit, unter Einhaltung aller aktienrechtlichen Vorgaben, organisiert. Insbesondere wird Frau Dalsasso-Semler bei der Leitung der Sitzung und der Kommunikation mit dem Vorstand ihre Erfahrungen als Mediatorin einbringen, aber auch den Vorstand bei der Lösung der allzu oft vorkommenden menschlichen Konflikte unterstützen. Ihr liegt am Herzen, die neue Aufsichtsratskonstellation mit ihrer Expertise und Professionalität zu bereichern und den Generationswechsel erfolgreich zu vollziehen. „Wir sind eine sehr harmonische Gruppe und es ist schön, dass wir unterschiedliche Hintergründe haben und jeder von seiner Sparte etwas einbringen kann, um so aus unterschiedlichen Sichtweisen bei unternehmerischen Entscheidungen mitzuwirken.“
Da Frau Dalsasso-Semler erst 44 Jahre alt ist, könnte sie, wie Herr Ziegler vor ihr, die nächsten 20 Jahre für das Amt zur Verfügung stehen. Zur GIP kam Frau Dalsasso-Semler bereits vor über 15 Jahren, als die Räumlichkeiten noch in der Nähe des Volksparks waren. Sie war im gleichen Gebäude als Anwältin tätig und durch das Arbeitsrecht lernte man sich immer besser kennen – bis Herr Dr. Reifenhäuser sie auf eine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat ansprach. „Durch meine bisherige Tätigkeit für die GIP ist mir das Unternehmen bereits bestens bekannt und vertraut.“
Dass Positionen in Aufsichtsräten männlich dominiert sind, schüchtert sie nicht ein. Als Mutter von zwei Kindern ist für sie persönlich Familie und Karriere gut vereinbar. „Natürlich muss jeder individuell entscheiden, ob er das selbst möchte und ob er kann. Im Endeffekt ist es auch eine Frage der Organisation und dem Vorhandensein von Personen, die Hilfestellung leisten können. Nur weil man jetzt eine gewisse Position innehat, heißt das nicht, dass man keine Familie haben darf.

In jedem Fall sind sowohl Frau Dalsasso-Semler, als auch Herr Ziegler, guter Dinge für die Zukunft. „Aufgrund der aktuellen Situation finden unsere Aufsichtsratssitzungen per Telefonkonferenz statt und auch die erste virtuelle Hauptversammlung haben wir sehr gut gemeistert. Dennoch freue ich mich darauf, wenn die Zusammenkünfte wieder in Person erfolgen. Das ist dann doch etwas anderes!“, sagt Frau Dalsasso-Semler. Herr Ziegler ergänzt: „Die wichtigen Sachen des Lebens regeln Sie nicht, indem Sie Dokumente lesen, sondern indem Sie mit den Akteuren, mit denen Sie zusammenarbeiten, in einer Vertrauensatmosphäre arbeiten.“